Unterwasserkamera und Unterwasserdrohne: Gadgets für erlebnisreiche Tauchgänge

Derzeit boomen Fotos, auf denen beide Elemente dargestellt werden. Etwa im Pool, wo ein Teil des Bildes die Füße und den Unterkörper einer im Becken stehenden Person zeigt, wobei von der Kamera dann zeitgleich der Kopf und die Umgebung außerhalb des Wassers erfasst wird …

Augen auf beim Unterwasserkamera Kauf: 

Natürlich kann das Handy dazu nicht einfach in den Fluten versenkt werden (selbst so genannte wasserdichte Handys besitzen selten einen Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen). Vielmehr muss das Smartphone mit seiner Kameralinse zunächst durch ein Wasserglas geschützt werden. So, aus seiner sicheren Hülle heraus (Vorsicht, dass oben kein Wasser eindringt), vermag die Optik dann jene „amphibische Ansichten“ einzufangen, in denen zugleich das Landleben wie auch die Unterwasserwelt zum Motiv werden.

Wann sind Unterwasser-Kameras oder -Drohnen zu empfehlen?




Darf es ein bisschen mehr sein?  Trotz der zahlreichen Life Hacks, die dazu im Internet gezeigt werden, hat die Sache einen Haken: Denn aufgrund der Krümmung, die jedes Sprudel- oder Bierglas besitzt, leidet natürlich die Qualität des Fotos. Zudem kann mit kaum einem Handy (und das obwohl deren Kameras immer besser werden) wirklich professionell fotografiert werden.

Wer ernsthaft fotografieren will, braucht daher nach wie vor eine Digitalkamera. Wer damit sogar unter Wasser will, eine ganz spezielle Lösung nämlich eine Unterwasserkamera oder Unterwasserdrohne. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze und Preisklassen. Auch die Tauchtiefe, die tatsächlich erreicht werden kann, variiert. Mit manchen Kameras kann man allenfalls schnorcheln oder  eine Pool-Party einfangen, da die Tauchtiefe auf 10 oder weniger Meter begrenzt bleibt. Wieder andere Modelle sind so ausgelegt, dass auch ein „richtiger“ Tauchgang mit Pressluftflasche und Flossen für die Technik kein Problem ist.

Wann ist eine Kamera wasserdicht?

Die kann kaputt gehen, sobald Wasser eindringt. Meist ist ein Kurzschluss die Folge, der die Kamera lahm legt. * Daher versuchen heute viele Hersteller, ihre Kameras so (weit) abzudichten, dass zumindest ein Regenschauer oder Fotos am Strand, wo uns die Gicht auf die Linse und ins Gesicht weht, kein Problem ist.

Hierzu gibt es verschiedene Markenzeichen und Begriffe, die durchaus verwirren können. Etwa den Spritzwasserschutz. Der bedeutet jedoch lediglich, dass eine Kamera gegen Staub, Tropfen und andere Umwelteinflüsse abgedichtet ist. Wasserdicht im Sinne einer Tauchfahrt ist sie damit noch lange nicht.

Auch so genannte Outdoor-Kameras sind nicht zwangsläufig wasserdicht und für jeden Tauchgang zu haben. Dieser Begriff bezieht sich vielmehr darauf, dass derartige Systeme auch Stürze aushalten und so weit abgedichtet sind, dass am Strand weder Sand noch Tropfen eindringen können. Hier gilt es also, die exakten Angaben des Hersteller zu beachten, da im Zweifel, wenn wir der Kamera zu viel zumuten, die Garantie erlischt.

Bereit für den Tauchgang?

Im Umkehrschluss haben heute die meisten Hersteller spezielle Lösungen im Programm, die für einen Ausflug unter Wasser durchaus in Betracht kommen. So gibt es bei Olympus die Tough-Serie, bei der der Name zum Programm wird. Etwa bei der Olympus TG-3 Tough, die mit einem 16 Megapixel Bildsensor sowie einem lichtstarken Objektiv (Blende 2,0) aufwartet und für Tauchgänge bis 15 Meter Tiefe ausgelegt ist.

Auch Nikon hat mit seiner NIKON 1 AW1 eine bis auf maximal 15 Meter Tauchtiefe ausgelegte Lösung zu bieten. Das sogar samt Anschluss für Wechselobjektive. Bei Pansonic gilt dann die  Lumix DMC-FT5 als staub- und wasserdicht (hier gibt der Hersteller 13 Meter Tauchtiefe an) sowie stoßfest. So sollen Fallhöhen bis 2 Meter kein Problem sein.

Letzten Endes muss also jeder nach einer Lösung suchen, die den eigenen Vorstellungen und dem eigenen Budget entspricht. Denn je tiefer es für eine Kamera oder ein Gehäuse hinab geht, desto teuer und aufwendiger wird die Konstruktion.

Ein Gehäuse für das bestehende System?

Apropos, Gehäuse: Wer schon (s) eine eigene Digitalkamera hat, für den könnte womöglich auch ein Unterwassergehäuse eine lohnende Alternative sein. Hier gibt es maßgeschneidert Gehäuse, aber auch universelle Lösungen und Taschen, die verschiedene Kameras aufnehmen können. Etwa den DiCaPac WP-S10 Kamera-Schutzbeutel, der mittelgroße bis große DSLR-Kameras aufnimmt, allerdings lediglich für „dezente“ Unterwassergänge bis 5 Meter Tiefe ausgelegt ist.

Das Canon UW-Gehäuse WP-DC 51, passend zur Canon PowerShot S120, ist dagegen laut Händlerangaben bis 40 Meter Tiefe wasserdicht. Ein wenig Recherche sowie die Frage, was genau wir von unserer Unterwasserlösung erwarten, wird damit unverzichtbar.

Übrigens können Unterwassergehäuse bzw. Schutzbeutel unsere Kamera und deren Objektiv auch vor Schnee oder extremer Luftfeuchtigkeit, etwa im Regenwald, schützen, obwohl sie eigentlich für Unterwasseransichten konstruiert wurden.

Vor dem ersten Tauchgang:

Natürlich empfiehlt es sich, bereits vor dem eigentlichen Urlaub einige Schnappschüsse zu machen. Etwa am Baggersee oder im heimischen Schwimmbad (falls fotografieren dort noch erlaubt ist). Denn selbst das Unterwassergehäuse verändert die Bedienungsschritte, die wir ansonsten von unserer Kamera gewöhnt sind. Auch die nassen Finger sind beim Einstellen der Funktionen nicht gerade hilfreich.

Weiteres Equipment:

Da das Wasser, mit zunehmender Tauchtiefe, für einen Blaustich bei den Bildern sorgt, macht es Sinn, wenn die Unterwasserlösung, die wir uns zulegen, samt Blitz ist. Auch starke Videolampen (natürlich ebenfalls abgedichtet) könnten eine Alternative sein.

Hierzu gibt es spezielle Schienen und Halterungen, die derartige Tools aufnehmen.

Besonderheiten der Unterwasserfotografie:

Dennoch, trotz Blitz oder Leuchte, sollten wir als Fotografen nah genug an unser Motiv herangehen. Natürlich, ohne uns selbst zu gefährden (einige der schönsten tropischen Fische, wie die Rotfeuerfische, sind giftig!) oder das Tier zu bedrängen.

Generell macht es auch bei Fischen Sinn, auf Augenhöhe (also nicht bequem von schräg oben noch unten) zu fotografieren. Der Blick von unten nach oben, also Richtung glitzernder Wasseroberfläche, kann dagegen für einen ungewohnten Aha-Effekt sorgen. Doch Obacht, dass dabei die Belichtungsautomatik (Stichwort: Gegenlicht) nicht irritiert wird.

Tatsächlich macht auch hier, beim Thema Unterwasserfotografie, erst Übung den Meister.

 

 

* Vorsicht, selbst abgedichtete Systeme oder Unterwasserkameras können Schaden nehmen, wenn Haare oder Sandkörner in die Dichtung eindringen und damit deren Funktion bzw. sicheren Schluss behindern!